Lebererkrankungen (-versagen)

Eine gesunde Leber ist von großer Bedeutung für das allgemeine Wohlbefinden und die Gesundheit des Körpers. Die Leber erfüllt lebenswichtige Aufgaben und gilt als zentrales Stoffwechselorgan. Lebererkrankungen und Schäden der Leber können schwerwiegende Folgen für Betroffene haben. Erfahren Sie hier, welche Lebererkrankungen es gibt und wie diese behandelt werden können.

Inhaltsverzeichnis

Was macht die Leber?

Die Leber ist eines der größten Organe im Körper und erfüllt wichtige Aufgaben. Zu diesen gehören:

  • Entgiftung: Die Leber ist das zentrale Organ für die Entgiftung des Körpers. Sie baut schädliche Substanzen wie Giftstoffe, Medikamente, Alkohol und Stoffwechselprodukte aus dem Blut um und ab und scheidet sie über den Stuhl oder den Urin aus. Eine gesunde Leber kann die Entgiftungsfunktion effizient ausführen und den Körper vor Schäden schützen.
  • Stoffwechsel: Die Leber spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechselprozess. Sie nimmt bei der Verarbeitung Nährstoffen aus der Nahrung auf. Das aufgenommene Eiweiß wird in körpereigenes umgebaut, Kohlenhydrate werden gespeichert, um die Körperzellen über das Blut mit Nährstoffen zu versorgen. Alle Körperzellen brauchen die von der Leber umgebauten Eiweißstoffe für ihren eigenen Stoffwechsel. Für die Leber sind die folgenden “Leberwerte” charakteristisch:
    • Aspartat-Aminotransferase (AST)
    • Alanin-Aminotransferase (ALT)
    • Gamma-Glutamyltransferase (Gamma-GT)
    • Alkalische Phosphatase (AP)

Werden krankheitsbedingt Leberzellen geschädigt, verändern sich die messbaren “Leberwerte” im Blutbild (Anstieg oder Abfall der Leberwerte). Die messbare Veränderung eines Wertes kommt häufig vor. Sind mehrere Werte verändert, kann dies auf eine Erkrankung oder Leberschäden hinweisen. Ursachen können sein: Alkohol, Drogen, Medikamente, Viren, Bakterien, fettreiche Ernährung (dauerhaft), Gallenwegs- und Gallensteinerkrankungen.

  • Produktion von Gallenflüssigkeit: Die Leber produziert Gallenflüssigkeit, die für die Verdauung von Fetten im Darm erforderlich ist. Eine gesunde Leber gewährleistet eine ausreichende Produktion und Freisetzung von Gallenflüssigkeit, um eine effiziente Verdauung von Fetten zu ermöglichen.
  • Speicherung von Nährstoffen: Die Leber dient auch als Speicherorgan für verschiedene Nährstoffe wie Vitamin A, D, E, K und Spurenelemente wie Eisen oder Kupfer. Bei Bedarf gibt die Leber diese Nährstoffe in den Blutkreislauf ab, um den Körper zu versorgen.

Die Leber bildet des Weiteren die Ausgangsprodukte, die für die Bildung von Sexualhormonen und körpereigenen Fetten. Sie produziert Faktoren, die für die Blutgerinnung wichtig sind, und baut gleichzeitig alte Blutkörperchen ab. Zusätzlich ist die Leber an der Regulation des Blutzuckerspiegels sowie der Eiweißstoffe und Blutfette beteiligt. Die Funktion der Leber ist überlebenswichtig.

Ursachen von Lebererkrankungen

Es gibt verschiedene Lebererkrankungen, die die Funktion und Gesundheit der Leber beeinträchtigen können. Zu den häufigsten Lebererkrankungen zählen:

Leberentzündung (Hepatitis): Die virale Hepatitis wird oftmals viel zu spät erkannt. Besonders gefährlich sind die Hepatitis-B-, -C- und -D-Viren. Die Folgen einer viralen Hepatitis können zu chronischen Erkrankungen führen und sind unter anderem für Leberzirrhose und Leberkrebs verantwortlich.

Leberzirrhose: Die chronische Erkrankung geht mit einer entzündlichen Fibrose (Gewebeveränderung) einher, die eine Zerstörung der Läppchen und Gefäße in der Leber zur Folge hat. Eine weitere Auswirkung der Leberzirrhose ist unter anderem eine Leberinsuffizienz.

Alkoholische Lebererkrankung: Langfristiger und übermäßiger Alkoholkonsum kann zu Funktionsstörungen führen sowie das chemische Gleichgewicht in der Leber beeinflussen. Zellen in der Leber werden zerstört oder verändert. Infolgedessen kommt es zu Fetteinlagerungen in der Leber, auch als alkoholische Fettleber bezeichnet. In diesem Stadium kann sich die Leber bei Alkoholabstinenz noch selbst regenerieren. Wird dennoch weiter Alkohol konsumiert, kann sich die Leber entzünden (alkoholische Hepatitis). Die Folgen einer alkoholischen Hepatitis können als chronische Entzündung zu einer Leberzirrhose führen.

Nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD): NAFLD ist die verbreitetste Lebererkrankung in den Industrienationen und oftmals der Beginn eines Komplikations-reichen Krankheitsverlaufs mit Leberfibrose und Leberzirrhose. Die NAFLD ist assoziiert mit Adipositas, Typ-2-Diabetes, arterieller Hypertonie und Fettstoffwechselstörung.

Medikamentös bedingte Leberschäden: Leberschädigung durch Medikamente kommt sehr häufig vor und kann schwerwiegende Folgen haben. Faktisch können alle Medikamente dafür in Frage kommen. Medikamentös bedingte Leberschäden sind die Hauptursache eines akuten Leberversagens.

Autoimmunhepatitis: Hierbei handelt es sich um eine chronische Hepatitis, die durch eine immunologische Reaktion ausgelöst wird. Das Immunsystem greift fälschlicherweise die körpereigenen Leberzellen an, was zu Entzündungen und erhöhten Leberenzymwerten führen kann. Unbehandelt kann die Autoimmunhepatitis zu einer Leberzirrhose führen.

Klinisches Bild und Diagnose von Lebererkrankungen:
Ein erster Hinweis, ob eine Erkrankung der Leber vorliegt, lässt sich durch die Messung der Leberwerte im Blutbild ermitteln. Je nach Erkrankung steigen einige Leberwerte an, andere sinken. Alle genannten Erkrankungen sind auf einen erhöhten Alanin-Aminotransferase (ALT)- oder Aspartat-Aminotransferase(AST)-Wert im Blut zurückzuführen. Erhöhte ALT- und AST-Werte alleine sind jedoch keine definitive Diagnose für eine spezifische Lebererkrankung. Weitere diagnostische Tests und eine umfassende Bewertung durch einen Arzt oder Gastroenterologen sind erforderlich, um die zugrunde liegende Ursache der erhöhten Werte zu bestimmen und eine angemessene Behandlung einzuleiten.

Leberzirrhose

Leberzirrhose ist eine chronische und fortschreitende Erkrankung der Leber, bei der das normale Lebergewebe durch knotige, vernarbte Gewebefasern ersetzt wird. Diese Vernarbung und Verhärtung des Lebergewebes führen zu einer Beeinträchtigung der normalen Funktion der Leber. Die Leberzirrhose kann verschiedene Ursachen haben, darunter:

  • Langjähriger Alkoholmissbrauch
  • Virushepatitis durch Hepatitis-B-, Hepatitis-C- oder Hepatitis-D-Viren
  • Nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD)
  • Autoimmunerkrankungen wie Autoimmunhepatitis oder primär biliäre Cholangitis

Leberzirrhose Symptome

Die Symptome der Leberzirrhose können abhängig von der Schwere der Erkrankung variieren. Allgemeine Symptome können sein:

In einem späteren Stadium der Leberzirrhose treten spezifische Symptome auf. Einige der auch Leberhautzeichen genannten Anzeichen sind:

  • Juckreiz
  • Kleine, sichtbare Gefäß-Verzweigungen im Gesicht und am Dekolleté
  • Rötungen der Handinnflächen sowie der Fußsohlen
  • Risse an den Mundwinkeln sowie auffallend rot-glänzende Lippen und Zunge
  • Weiß gefärbte Nägel (Weißnägel) und aufgetriebene Nägel (Uhrglasnägel)
  • Dünne, pergamentartige Haut mit durchschimmernden Gefäßen

Bei einer fortgeschrittenen Zirrhose ist die Leber nicht mehr in der Lage, den Verlust an funktionsfähigen Zellen auszugleichen. Infolgedessen kann es zu Komplikationen führen wie:

  • Erhöhte Blutungsneigung (Blutgerinnungsstörung)
  • Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und Augen), da der Gallenfarbstoff Bilirubin nicht mehr abgebaut werden kann
  • Bauchwassersucht (Aszites), durch die Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchraum
  • Leberzellkrebs (hepatozelluläres Karzinom)

Ein der häufigsten Komplikationen ist die Leber-bedingte Gehirnerkrankung, die hepatische Enzephalopathie. Bis zu 70 Prozent der Betroffenen zeigen im fortgeschrittenen Stadium Anzeichen einer Störung des Gehirnstoffwechsels, verursacht durch den Anstieg von Giftstoffen im Blut (wie z. B. Ammoniak), da die Entgiftungsfunktion der Leber nicht mehr reibungslos läuft.

Diagnose einer Leberzirrhose

Die Diagnose einer Leberzirrhose beinhaltet eine gründliche Anamnese, körperliche Untersuchung, Bluttests zur Überprüfung der Leberfunktion und des Vorhandenseins von Infektionen oder anderen Komplikationen sowie bildgebende Verfahren wie Ultraschall (Sonografie) oder die spezielle Ultraschall-Technik Fibroscan, um den Grad der Schädigung und das Ausmaß der Zirrhose zu bestimmen.

Leberzirrhose: Behandlung

Die Behandlung der Leberzirrhose zielt darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen, Komplikationen zu behandeln und die Symptome zu lindern, denn bereits entstandene Schäden an der Leber bleiben bestehen. Dies kann eine Änderung des Lebensstils, wie den Verzicht auf Alkohol und eine gesunde Ernährung, umfassen. Bei einer fortgeschrittenen Leberzirrhose kann in einigen Fällen eine Lebertransplantation erforderlich sein, um die geschädigte Leber durch eine gesunde Spenderleber zu ersetzen.

Um die Grunderkrankung einer Leberzirrhose zu behandeln, werden beispielsweise bei einer Leberentzündung infolge einer Hepatitis-Infektion antivirale Medikamente verschrieben. Bei einer Autoimmunhepatitis hingegen werden Medikamente eingesetzt, die das Immunsystem unterdrücken. Um gezielt Komplikationen, wie die Bauchwassersucht (Aszites) zu behandeln, können Medikamente wie Diuretika zur Entwässerung eingesetzt werden. Da auch Medikamente die Leber schädigen können, sollten Betroffene mit einer Leberzirrhose nur Medikamente nach Absprache mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin einnehmen.

Symptome einer Lebererkrankung

Leberkrankheiten können eine Vielzahl von Symptomen und Anzeichen verursachen. Die Symptome können je nach Art und Schwere der Lebererkrankung variieren. Hier sind einige häufige Symptome, die bei Leberkrankheiten auftreten können:

  • Gelbsucht (Ikterus): Gelbfärbung der Haut, der Augen und der Schleimhäute
    aufgrund eines Anstiegs des Bilirubinspiegels im Blut.
  • Müdigkeit und Erschöpfung: Eine der häufigsten Beschwerden bei Lebererkrankungen ist anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung.
  • Bauchbeschwerden: Schmerzen, Druckgefühl oder Unbehagen im rechten oberen Bauchbereich können auf eine Lebererkrankung hinweisen.
  • Appetitverlust und daraus resultierende Gewichtsabnahme
  • Übelkeit und Erbrechen: Lebererkrankungen können Übelkeit und Erbrechen verursachen, insbesondere nach dem Essen.
  • Veränderungen des Stuhlgangs: Heller oder lehmfarbener Stuhl kann ein Hinweis auf eine gestörte Galleproduktion sein. Dunkler Urin kann ebenfalls auftreten.
  • Juckreiz (insbesondere an den Handflächen und Fußsohlen)
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Sichtbare Gefäßveränderungen der Haut, wie spinnenartige Blutgefäßveränderungen (Spider Naevi), Palmarerythem (rötliche Verfärbung der Handflächen)
  • Störungen der Hirnfunktion (hepatische Enzephalopathie)
  • Nierenversagen

Leberversagen (Leberinsuffizienz) – Anzeichen

Das Leberversagen (Leberinsuffizienz) ist der teilweise oder vollständige Verlust der Organfunktion von der Leber. Der Prozess kann plötzlich eintreten (akutes Leberversagen, ALV) oder sich über längere Zeit anbahnen. Ein akutes Leberversagen kann lebensbedrohlich sein. Bei dem Leberversagen kommt es gleichfalls zu den Symptome, wie:

  • Gelbsucht (Ikterus): Gelbfärbung der Haut und der Augen aufgrund einer Ansammlung von Bilirubin, einem Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs.
  • Müdigkeit und Schwäche: Eine allgemeine Erschöpfung und Schwäche, die anhaltend und ungewöhnlich ist.
  • Schmerzhafte Beschwerden im Oberbauch
  • Veränderungen im Stuhl und Urin: Heller Stuhl und dunkler Urin können auf Probleme bei der Ausscheidung von Bilirubin (farbstoffhaltige Substanz in Urin und Stuhl) hinweisen.
  • Bewusstseinsstörungen (hepatische Enzephalopathie): Symptome können von leichter Verwirrung und Konzentrationsstörungen bis hin zu schwerer Desorientierung und Bewusstseinsverlust reichen (hepatisches Koma).
  • Blutungsneigung: Eine gestörte Blutgerinnung kann zu vermehrten Einblutungen unter der Haut führen (hämorrhagische Diathese).

Behandlung von Lebererkrankungen

Die Behandlung von Lebererkrankungen hängt von der spezifischen Erkrankung und ihrem Schweregrad ab. Eine frühzeitige und korrekte Diagnose ist die wichtigste Voraussetzung für die Behandlung.

Medikamentöse Therapie: Je nach Art der Lebererkrankung können verschiedene Medikamente eingesetzt werden, um Entzündungen zu reduzieren, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen oder Komplikationen zu behandeln. Bei viralen Lebererkrankungen (z. B. bei Hepatitis-C-Infektion) sind antivirale Medikamente zur Behandlung von Hepatitis-Infektionen empfohlen.

Ein Schutz vor Infektionen gegen das Hepatitis-A- sowie das Hepatitis-B-Virus kann durch eine Impfung erfolgen. Gegen die chronische Hepatitis-D-Virusinfektion gibt es in Europa inzwischen einen Impfstoff mit einer bedingten Marktzulassung. Immunsuppressive Medikamente zur Kontrolle von Autoimmunerkrankungen der Leber sowie Medikamente zur Verbesserung der Leberfunktion.

Veränderungen im Lebensstil: Bei Lebererkrankungen sollten bestimmte Veränderungen im Lebensstil vorgenommen werden. Dazu wird ein Verzicht auf bestimmte Substanzen zwingend erforderlich sein, wie z. B. auf Alkohol und/oder die Reduzierung des Alkoholkonsums bei alkoholbedingten Lebererkrankungen sowie eine angepasste Ernährung. In einigen Fällen, insbesondere bei Fettlebererkrankungen, kann eine Gewichtsabnahme hilfreich sein.

Interventionelle Verfahren: Bei einigen Lebererkrankungen können interventionelle Verfahren eingesetzt werden, um Komplikationen zu behandeln. Die Behandlung und Entfernung von Gallensteinen oder die Platzierung eines Stents zur Gewährleistung eines ungehinderten Flusses der Gallenflüssigkeit.

Lebertransplantation: In sehr weit fortgeschrittenen Fällen und im Endstadium von Lebererkrankungen, in denen die Leber stark geschädigt ist und nicht mehr richtig funktioniert, kann eine Lebertransplantation die letzte Therapieoption sein.

Die Behandlung von Lebererkrankungen erfordert in der Regel eine enge Zusammenarbeit mit einem Facharzt oder einer Fachärztin aus den Bereichen Hepatologie und Gastroenterologie.

Häufige Fragen

Die Lebenserwartung bei Leberzirrhose ist komplex und hängt von der Ursache, dem Stadium der Erkrankung, dem allgemeinen Gesundheitszustand und der Behandlung ab. Leberzirrhose ist eine progressive und irreversible Erkrankung, bei der das gesunde Lebergewebe durch Narbengewebe ersetzt wird. Fortgeschrittene Stadien können die Lebenserwartung deutlich verringern, wobei Prognosen oft anhand des sogenannten Child-Pugh-Kriterien oder des MELD-Scores (Model for End-Stage Liver Disease) beurteilt werden. Einige Patienten können trotz Leberzirrhose viele Jahre mit guter Lebensqualität leben, während andere schneller Komplikationen entwickeln können.

Als Leitsymptome einer Leberinsuffizienz gelten die gelbliche Färbung der Haut und Augen (Gelbsucht, auch Ikterus genannt), Müdigkeit und Konzentrationsschwäche durch verschiedene Störungen im Gehirn (hepatische Enzephalopathie genannt) sowie Störungen der Blutgerinnung, was sich durch Einblutungen unter der Haut und auch durch Blut im Urin zeigen kann.Bei Verdacht auf ein Leberversagen sollten Sie in jedem Fall sofort professionelle Hilfe beanspruchen, um eine Diagnose und rechtzeitige Behandlung zu erhalten.

Leberversagen kann tödlich sein, wenn die Leber nicht mehr in der Lage ist, lebenswichtige Funktionen auszuführen. Dies ist der Fall, wenn fortgeschrittene Lebererkrankungen wie Leberzirrhose, akute Hepatitis, Leberkrebs oder eine akute Vergiftung vorliegen. Ein Leberversagen ist ein gefährlicher Zustand, der sofort behandelt werden muss.

Ja, es gibt einige Selbsttests, die Ihnen Informationen über bestimmte Aspekte Ihrer Lebergesundheit liefern können. Diese Tests können auf Leberenzyme, Leberfunktion oder Anzeichen von Leberschäden ausgerichtet sein. Dazu gehören:

  • Leberenzym-Tests: Diese Tests messen die Konzentration bestimmter Enzyme wie ALT (Alanin-Aminotransferase) und AST (Aspartat-Aminotransferase) im Blut. Erhöhte Werte können auf eine Leberschädigung hinweisen.
  • Leberfunktionstests: Diese Tests umfassen die Messung von Bilirubin, Albumin, alkalischer Phosphatase und GGT (Gamma-Glutamyltransferase). Sie geben Informationen über die Funktion der Leber und können auf verschiedene Lebererkrankungen hinweisen.
  • Fettleber-Tests: Diese Tests können mithilfe von Atem-, Blut- oder Urinproben Fettansammlungen in der Leber erkennen. Sie können ein Anzeichen für eine nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) sein.

ALT steht für Alanin-Aminotransferase, früher auch bekannt als Serum-Glutamat-Pyruvat-Transaminase (SGPT). Es ist ein Enzym, das in verschiedenen Geweben des Körpers, hauptsächlich aber in der Leber vorkommt. Der ALT-Wert wird bei Lebererkrankungen verwendet, um den Grad der Leberschädigung zu beurteilen.

Wenn die Leberzellen geschädigt sind, wird ALT in das Blut freigesetzt. Daher kann ein erhöhter ALT-Spiegel im Blut auf eine Lebererkrankung hinweisen. Ein normaler ALT-Wert liegt bei Männern zwischen 10–50 Einheiten pro Liter und bei Frauen zwischen 10–35.

AST steht für Aspartat-Aminotransferase. Eine gleichzeitige Erhöhung von ALT und AST deutet auf eine Leberschädigung hin. Ein normaler AST-Wert liegt bei Männern zwischen 10–50 Einheiten pro Liter und bei Frauen zwischen 10–35.

Wie bei der ALT ist ein erhöhter AST-Spiegel allein keine spezifische Diagnose für eine bestimmte Erkrankung. Es sind zusätzliche Untersuchungen erforderlich, um die genaue Ursache des erhöhten AST-Spiegels zu bestimmen und die entsprechende Behandlung einzuleiten. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird den AST-Spiegel zusammen mit anderen Leberfunktionsparametern und relevanten Informationen bewerten, um eine genaue Diagnose zu stellen.

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  2. DocCheck Community GmbH; Leberzirrhose, ALT, AST, Nichtalkoholische Fettlebererkrankung, Leberinsuffizienz; https://flexikon.doccheck.com/de/Hauptseite, letzter Abruf 13.11.2023
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  5. Deutsche Leberstiftung; https://www.deutsche-leberstiftung.de/presse/pressemappe/diagnose/therapien-inkl-hcv-therapie/, letzter Abruf 13.11.2023
  6. Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten; https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/krankheiten.html, letzter Abruf 13.11.2023
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